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  • Roman Schnellbach

Ich und die neue Prothese

Montag 08.06.20

Ich und die neue Prothese - das ist eine neue Herausforderung. Nach zwei Wochen so intensivem Stehen auf nur dem linken Bein, ist so Vieles wieder Neuland. Denn mein Gewicht wieder auf beide Beine zu verteilen, klingt leicht. Führte bei mir aber erst mal dazu, dass ich mich nicht mehr gerade fühlte, obwohl ich es war. Und so gibt es eine Menge Punkte, die neu aktiviert und als korrekt gespeichert werden müssen.

Laufen mit Rollator ist auch alles andere als einfach. Ich spüre und sehe vor allem, so viele Dinge, die ich gut „laufen.“ Ich bin mit manchem viel zu schnell, stehe nicht genug auf den Beinen sondern falle fast sofort in den nächsten Schritt. Fühle mich auf dem linken Bein nicht sicher, meine Hüfte kippt im Stand sofort nach hinten. Und auch das liegt daran, dass ich mehr als zwei Wochen, zwangsläufig, Pause machen musste. Und so laufen am zweiten Tag mit der neuen Prothese, meine Bewegungen alles andere als rund und flüssig.

Und da die Situation mit Prothese und Querschnitt auch für die Therapeuten hier neu sind, ist hier für alle Probieren und Geduld angesagt.


Dafür hatte ich heute wieder ein großes Erfolgserlebnis bei einer anderen Übung. Das werde ich morgen vielleicht mal filmen lassen, weil das mir jetzt zu anstrengend zu erklären ist. Mein Problem war aber, dass ich es nicht in meinen Kopf bekam, wie ich die neurologische Verschaltung zum Gluteus Maxismus (der große Arsch-Muskel) wieder hinbekomme. Habe das immer mit Schultern und Oberkörper versucht, was aber völlig unlogisch ist. Und heute, hey, hat es geklappt. Das fühlte sich einfach super gut an.


Geige habe ich heute auch noch mal gespielt, dieses mal auf zwei Beinen, ging so viel leichter… und auch das ist ein riesengroßer Fortschritt.


Seit Samstag ist meine Frau hier bei mir und ist auch bei der Therapie heute und morgen dabei. Denn Zuhause soll und will ich ja auch im Alltag weiter üben. Und dazu ist es nur zu gut, dass wir gemeinsam hier ansehen, auf was es ankommt.

Und neben den körperlichen, gemeinsamen, neuen Aufgaben, bei denen mir meine Frau eine große Unterstützerin (Ergotherapeuten können das) sein wird haben wir auch emotional, durch diesen neuen Weg von mir, eine Menge zu erzählen und neu zu betrachten.

Wie mir Marco (Geschäftsleitung/Physiotherapeut) schon in der ersten Woche sagte: die körperliche Arbeit ist der eine Teil, aber sicher genauso groß ist die mentale Aufgabe, beim „Gesunden“ oder „Aufstehen.“ Das kann ich nur bestätigen.




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