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  • Roman Schnellbach

Gedanken zu meinen Gedanken

Wer auf Facebook mitgelesen hat, wird den Text von Katharina vielleicht gesehen haben… ich füge, nach den Zeilen von ihr, ein paar von meinen Gedanken am Ende dazu.


"Ich schmeiß noch einen anderen Gedanken dazu:


Funktion ist ein Lebensweg. Und immer wieder das erreichen der nächsten Weggabelung. Funktion ist dann Entscheidung, immer und immer wieder aufs neue… rechts oder links, langsam oder schnell… Funktion ist auf keinen Fall ein Quickfix. Funktion ist Prozess, nicht Ereignis. Entscheide ich mich für Funktion (gegen Kompensation, den Weg des geringsten Widerstands, das Nichtstun oder vermeintlich etwas tun, gegen das "eigentlich" und das "normalerweise") dann gehe ich diesen Weg bis ich irgendwann nicht mehr bin. Funktion ist ein Prozess. Manchmal gibts auch Pausen in dem Prozess, manchmal gehts langsam und manchmal schnell. Mich beruhigt das, weil ich weiß, dass ich auf dem Weg bin. Funktion ist global, auch das. Es ist nicht nur Bewegung, es ist auch Emotion, Bio-Chemie, Struktur, Atmung, zwischenmenschliche Beziehung. Und alles fügt sich ineinander. Ich lese wie du arbeitest an deiner Lebensfunktion und das auf sehr vielen Ebenen. Manchmal empfindest du ggf die Pause als riesig, dafür passiert auf anderen Ebenen ganz viel! Roman! Du bist so stark!!!"


Erst einmal ja. Absolut. Funktion, Aktion, Bewegung, Tun, Erschaffen, LEBEN. Natürlich. Funktion ist ein Prozess. Kein Ereignis. Das stimmt. Und mir ist der Prozess sehr bewusst. Auch mit den Pausen, die auch Funktion sind, um sich auf das Nächste vorbereiten zu können.

Dass es nicht nur Bewegung ist, sondern auch Ruhe, weil alles seine zwei Pole hat. Es ist auch Beziehung, schreibt Katharina. Und ja, das ist es vor allem. Denn alles was wir tun, tun wir doch auch in einer Funktion oder Aktion mit anderen Menschen. Nicht nur in unseren Beziehungen. Fast immer bezieht es sich auch auf andere Menschen. Fast immer? Immer, denn allein, dass wir sind, bezieht sich auf zwei Menschen.



Mein Blick auf die vergangenen 26 Jahre, oder auch auf meine ganzen, fast 47, Jahre, ist natürlich stark beeinflusst, von meinem Unfall. Und wen wundert es, dass ich im Moment wieder sehr stark über das "was wäre wenn" nachdenke - auch mit der Frage, was hätte das mit meinen Beziehungen gemacht. Müßig, das weiß ich. Denn es ist, wie es ist, sagt nicht nur die Liebe. Und doch tauchen mit dem neu erlebten Blickwinkel aus der Bewegung, die ich neu gestartet habe, so viele Fragen auf. Fragen an mich selbst. Glaube ich noch an die alten Wahrheiten, die ich so lange hatte, geglaubt habe, verteidigt habe und anderen als meine Wahrheiten erzählt habe? Es tauchen Fragezeichen auf. Ich möchte nicht Zweifel sagen, aber es sind so viele Dinge, die ich mit einem neuen Blick ansehe.

Und auch das ist Funktion, mich dabei selbst neu zu betrachten. Ereignisse und Sicherheiten neu anzusehen und auch in Frage zu stellen.


Und zu diesem Ansehen des Vergangenen benötige ich gerade ziemlich viel Energie. Und auch wenn man so oft sagt, was vorbei ist, wäre vorbei… es stimmt nicht ganz, denn das Vergangene war Funktion, war Bewegung und Tun, die damals ein Stück Weg und Bewegung bedeutete und uns dahin geführt hat, wo wir jetzt sind. Diesen Weg noch einmal anzusehen - sich selbst ein Stück mehr zu verstehen und sich auch innerlich von manchem Ergebnis einer Funktion zu trennen - ist mir gerade wichtig.

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