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  • Roman Schnellbach

Dienstag 08.09.20

Dienstag 08.09.20

Es ist, im Gegensatz zu den täglichen Neuerungen und Erfolgen, nur sehr wenig zu erzählen.

Und ich denke, dass ich eher versuchen werde, wöchentlich zusammenzufassen, was sich für mich ändert.

Seit gestern, als das Wetter sich mal wieder stark wandelte, hab ich wieder massive Schmerzen. Nervenschmerzen, nichts Neues. Aber es macht mich müde. Dazu starke Spastik, die mich nachts auch wiederholt aufweckt. Heute Nachmittag eineinhalb Stunden geschlafen, wo ich doch auch nachts mindestens 8 Stunden Schlaf habe, mit den kurzen Aufwachsequenzen.

Meine Frau sagte gerade zu mir, dass sich bei mir wohl wieder etwas stark ändern würde… sie hoffe nicht wieder in die falsche Richtung. Ich versteh den Spaß :-)

Worüber ich im Moment ganz schlecht spreche, bzw. schreiben kann, sind emotionale Aufgaben oder Änderungen, die ich in mir beobachte und erlebe.

Schon in Pforzheim sagte mir ja Norbert, dass mindestens 50% nicht die körperliche Arbeit sei. Ich habe es auch da schon gespürt. Aber noch viel mehr, spüre ich hier, dass so vieles noch an Veränderung und Wandlung innerlich vor mir liegt.

Das sind Bereiche, die direkt mit der Situation nach dem Unfall zusammenhängen. Verhaltensmuster, die für mich als Schutzreaktion lange funktionierten, mich absicherten. Die aber nicht mehr notwendig sind. Und die aber immer noch zum Teil auftauchen und dann erst einmal entdeckt und verstanden werden müssen, bevor ich mich von ihnen trennen kann. Es sind Verhaltensmuster im Umgang mit anderen Menschen. Meiner Frau genauso wie Freunden gegenüber. Muster, mit denen ich mich absicherte, aus verschiedenen Gründen. Manche hatte ich, nachdem ich mit der Angst aufräumen konnte, schon abgelegt und dennoch tauchen sie jetzt wieder auf. Wollen erneut angesehen werden.

Im Detail erklären kann ich das nur denjenigen, mit denen mir diese Muster passieren. Allgemein beschreiben will ich sie nicht, weil mir das einfach zu kompliziert erscheint.

All dieses Beobachten von mir selber und reflektieren empfinde ich momentan als sehr anstrengend. Nicht jeden Tag gleich, aber es ist eine Menge zu tun.

Das bremst mich auch ein wenig in meinen aktiven Prozessen - ich übe in ganz kleinen Schritten. Minimal im Vergleich zu den Zeit in Pforzheim. Am Anfang hatte ich deshalb das Gefühl, ich würde nichts tun, war mit mir selber viel zu hart und intolerant, weil ich schon wieder dachte, dass andere mir vorwerfen könnten, dass ich nicht genug tun würde.

Inzwischen spüre ich deutlich, dass ich derjenige bin, der für mein Tempo und meine Reihenfolge verantwortlich bin.

Physio ist gut, wir erarbeiten auch da immer wieder neue Ideen. Aufstehen ist gerade sehr wacklig und hat nicht den rechten Platz - das kommt aber wieder in Fluß.

Der nächste Teil des Widerspruchs gegen die Barmer ist auch in Arbeit - sie wollen ja das teure Kniegelenk nicht zahlen… aber das bekomme ich schon hin.


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